Das brachte Schweizer Konsumenten 2022 in Rage
Die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen hat ihre Ärgerliste für 2022 veröffentlicht. Steigende Preise waren in vielen Bereichen Grund für Verzweiflung. Die meisten Beschwerden gab es im Bezug auf Garantien und Lieferzeiten.

Die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen, bestehend aus Konsumentenschutz, ACSI, FRC, hat ihre alljährliche Ärgerliste für das Jahr 2022 veröffentlicht. Sie zeigt auf, was die Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz am meisten verärgert hat. Zur Liste zählen alle Beschwerden, die per Post, Telefon, E-Mail oder Online-Formular bei den Organisationen eingegangen sind. Die steigenden Lebenskosten waren in vielen Bereichen Auslöser für Ärger. Dieses Jahr war vor allem bei den folgenden Themen Knatsch angesagt:
Garantieverweigerung und Lieferverzögerung
Ein Dauerbrenner aus den vergangenen Jahren war auch 2022 wieder die Nummer eins. Mehr als ein Drittel (36,5 Prozent) aller Beschwerden betraf dieses Jahr die Themen Garantieverweigerung oder Lieferverzögerung. Viele online bestellte und bezahlte Artikel würden spät oder gar nicht geliefert, schreibt die Allianz der Konsumentenschützer. Zudem orten die Organisationen eine systematische Verweigerung auf Garantieleistungen bei defekten oder beschädigten Produkten. In der Schweiz liege es - anders als in der EU - am Konsumenten oder der Konsumentin, zu beweisen, dass der Defekt nicht selbstverschuldet sei. Viele Firmen würden dies bewusst ausnutzen, schreiben die Konsumentenschützer, und fordern für solche Fälle auch hierzulande eine Beweislastumkehr.
Unlautere Geschäftsmethoden
Wie schon im Vorjahr tappten viele Schweizerinnen und Schweizer auch 2022 in Abofallen. "Wenige Klicks genügen, um beispielsweise Songtexte herunterzuladen", schreibt die Allianz. "Im Nachhinein entpuppt sich das vermeintlich kostenlose Angebot als teure Abofalle, aus welcher nur mit grosser Mühe zu entkommen ist." Dafür brauche es im Endeffekt deutlich mehr als nur ein paar Klicks. Im Sommer lockten Betrüger etwa mit einem angeblichen Gewinnspiel der Supermarktkette Coop. Zu unlauteren Geschäftsmethoden, die heuer insgesamt 14 Prozent aller Beschwerden ausmachten, zählen ausserdem unerwünschte Werbung im Briefkasten, Callcenter-Anrufe trotz Sternchen-Eintrag im Telefonbuch oder Spam-Mails.
Diese Themen sorgten 2022 für die meisten Beschwerden bei Schweizer Konsumentenschützern.
Versicherungen und Gesundheit
Auch die steigenden Kosten für die Grundversicherung sorgten dieses Jahr für Unmut. Die Konsumentenschützer sehen hierfür Ärztinnen und Ärzte, Krankenhäuser, Pharmafirmen und Krankenkassen verantwortlich. Und: "Die Politik bleibt untätig, auch wegen der starken Lobbypräsenz der Gesundheitsbranche im Parlament." Auch erhöhte Rechnungen bei der freiwilligen Spitalzusatzversicherung kritisieren die Organisationen: "Die Prämien werden durch doppelte Abrechnungen, Verrechnung von unbegründeten Honoraren und Zusatzkosten für nicht beanspruchte Leistungen in die Höhe getrieben." Auch die Finanzmarktaufsicht FINMA sehe hier dringenden Handlungsbedarf.
Telekom: Festnetz, Mobiltelefonie, Internet, TV und Radio
Beschwerden im Bezug auf die Telekombranche sind vielfältig und zugleich unverändert gegenüber den letzten Jahren, wie der Konsumentenschutz schreibt. Erschwerte Kündigungen, automatische Verlängerungen unerwünschter Dienste und langsame Internetverbindungen gehören zu den Dauergästen auf der Ärgerliste. Dazu kämen Probleme mit Rechnungen: So würden Telkos unkorrekte Rechnungen oftmals nicht korrigieren. Zugleich setzen viele Anbieter ihre Kundinnen und Kunden unter Druck, Rechnungen online zu bezahlen, wie der Konsumentenschutz aufzeigt. Vertragsänderungen und fehlerhafte TV-Boxen sorgen ebenfalls für Unmut.
Geld, Finanzdienstleistungen & Datenschutz
Wie eingangs erwähnt, bereiteten die erhöhten Lebenskosten dieses Jahr vielen Schweizerinnen und Schweizern Sorgen. "Zahlreiche Konsumentinnen und Konsumenten kontaktierten die Konsumentenschutzberatung mehr oder minder verzweifelt, um Beratung für ihre strapazierten oder gar bereits überzogenen Haushaltsbudgets zu erhalten", berichten die Organisationen. Viele Bankkunden beklagten ständig neue Geschäftsbedingungen und steigende Tarife. Auch in puncto Datenschutz machte die Schweiz ihrem Unmut Luft. Besonders das sogenannte Geoblocking sorgte laut Konsumentenschutz für Aufregung. Viele ausländische Online-Shops würden Schweizerinnen und Schweizer auf teurere Websites hierzulande umleiten. Das ist eigentlich seit diesem Jahr verboten. Im E-Commerce sind Konsumentinnen und Konsumenten übrigens allgemein häufiger enttäuscht - und retournieren immer mehr Artikel, wie Sie hier lesen können.
Inkasso
Selbst ohne Wirtschaftskrise kann es vorkommen, dass Rechnungen offen bleiben. Wenn ein Inkasso-Unternehmen vor der (digitalen) Tür steht, ist Ärger vorprogrammiert. Gemäss Konsumentenschutz setzen immer mehr Unternehmen auf externe Firmen, um Geld einzutreiben. Diese Firmen würden oft nicht nur die ursprüngliche Summe einfordern, sondern auch einen unerlaubten Verzugsschaden verlangen. Viele Konsumentinnen oder Konsumenten bezahlen diesen - auch aus Angst vor einem Eintrag ins Betreibungsregister.
Häufige Beratungen habe es auch zu Transport und Mobilität, der Herkunftsdeklaration von Lebensmitteln, zu Energie und Umwelt sowie zum Service Public gegeben. Was die Schweiz 2021 zur Weissglut brachte, lesen Sie hier.

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