Rechnen sich die Kombi-Pakete wirklich?
Schweizer Telkos lancieren ein Kombi-Paket nach dem anderen. Ende Februar stellte Marktführer Swisscom "inOne" vor, nur zwei Tage später folgte Sunrise mit "One". Ralf Beyeler, Telekom-Experte beim Konsumenten-Portal Verivox, hat die Paket-Angebote unter die Lupe genommen.


"Nur noch ein Abo für alles", verspricht der grösste Schweizer Telekom-Anbieter. Beim neuen Swisscom "inOne" stellen die Kunden ihr ganz persönliches Angebot zusammen. Sie können im Baukasten-System auswählen, ob und welches Produkt sie für ihr Internet zuhause, für TV und Festnetz benötigen. Baukastensysteme sind deshalb sehr kundenfreundlich.
Neu ist das Baukasten-System nicht: Swisscom kopierte praktisch eins zu eins das vor drei Jahren lancierte "Sunrise Home". Sogar die Geschwindigkeiten der drei Internet-Abos kopierte Swisscom von Sunrise. Die Preise hingegen unterscheiden sich.
Kein Baukasten fürs Handy-Abo
Auffallend: Swisscom setzt auf das Baukastensystem, allerdings nur fürs Zuhause (Internet, TV und Festnetz). Bei den Mobilfunk-Abos gibt es kein Baukastensystem. So bekommt der Kunde etwa eine Internet-Flatrate oder bestimmte Roamingleistungen – egal, ob er die Dienste benötigt oder nicht. Dies ist nicht konsequent. Ein Baukastensystem ist bei Mobilfunk-Abos ebenfalls sinnvoll.
Für die Anbieter ist es lukrativ, dem Kunden alles aus einer Hand anzubieten. Doch profitiert er wirklich von Kombi-Angeboten? Verivox hat nachgerechnet: Der Musterkunde will zuhause einen Internetanschluss mit mindestens 100 MBit/s, dazu ein TV-Abo mit einem Recorder, jedoch keinen Festnetzanschluss. Ihm reicht ein Mobilfunk-Abo mit mindestens 1000 Minuten und 1 GB völlig aus. Übrigens: Ein solches Angebot ist für die allermeisten Kunden in der Schweiz ausreichend.
Einzelprodukte günstiger als Kombi-Pakete
Resultat: Das günstigste Kombi-Paket bekommt unser Muster-Kunde bei Sunrise für 126 Franken (siehe Tabelle). UPC – besser bekannt unter dem früheren Namen Cablecom – und Swisscom sind teurer. Bezöge der Musterkunde das Internet-, TV- und Handy-Abo jeweils beim günstigsten Anbieter, würde er weniger als 100 Franken im Monat bezahlen. Pro Jahr ergibt dies eine Ersparnis von 336 Franken. Im Klartext: Der Kunde fährt günstiger, wenn er nicht alle Produkte vom gleichen Provider bezieht.
Tipp an Swisscom-Kunden, die bei ihrem Anbieter bleiben wollen: In "Vivo"-Paketen sind oftmals Dienstleistungen enthalten, die der Kunde gar nicht braucht. Ein Wechsel auf das "inOne"-Abo senkt oft die Gesamtkosten.
Ralf Beyeler ist Telekom-Experte beim Konsumenten-Portal Verivox. Seit der Marktöffnung des Telekommarktes im Jahr 1998 beobachtet und analysiert er die Branche. Beyeler gilt als sehr guter Kenner des Telekommarktes. Seine Analysen sind sowohl bei Journalisten, Anbietern als auch Konsumenten gefragt. Unter @ralfbeyeler twittert der Telekom-Experte regelmässig.

Beko Europe kündigt neue Organisation für die Schweiz an

ETH und EPFL gründen KI-Institut

Microsoft stellt Produktion von AR-Headsets ein

Nagravision und Airties verkünden Partnerschaft

Suchmaschinen weiterhin beliebter als ChatGPT

Update: BACS veröffentlicht Tipps für Jugendliche, um Deepfakes zu erkennen

CEtoday und Elektro Heute sind Geschichte

Jenga ist nur etwas für kleine Kinder? Mitnichten!

Das Google Pixel 9 Pro vereint KI und hochwertige Fotografie unter einer Haube
